Aus Freude an Orchideen...

Informationen zur Orchideenpflege

Damit auch Deine Orchideen in voller Blütenpracht erstrahlen!

Wollläuse / Schmierläuse

Dieser ungebetene Gast ist eine der schlimmsten Krankheiten der Orchidee und extrem hartnäckig. Durch den Befall mit Wollläusen sind leider schon sehr viele Orchideen-Familien in einem ganzen Haushalt zugrunde gegangen.

Die Wolllaus, bzw. Schmierlaus ist ein etwa 3 mm kleines, ovales Tier, man kann es gut erkennen an zwei langen Schwanzfäden. Ausserdem gibt ein weiches, weißes Gespinst, das sie überzieht, ein untrügliches Kennzeichen einer Wolllaus. Durch diese ausgeschiedene, wachsartige Ausscheidung sind die Läuse perfekt geschützt. Sie treten in Kolonien auf und legen ihre Eier an gut geschützte Stellen, sie verstecken sich gerne in Blattachseln und sind schwer zu finden. Ihre Eier legen sie gerne in das Substrat, hat man auf der Pflanze selbst jedes Vorkommen der Wolllaus vernichtet, kommen neue aus dem Substrat hervor.

Da die Wolllaus beweglich ist und umsiedelt, sind meist alle Orchideen auf einer Fensterbank betroffen.
Ist die Population dieser Laus erst einmal riesig – und das geht schnell – gibt es oftmals keine, oder nur sehr schwer, eine Rettung der Orchidee.

Die Wollläuse ernähren sich vom Pflanzsaft aus allen Teilen der Orchideen, die Blätter der Orchideen werden gelb und welken.

Wo kommt das Vieh nur her?! - werden sich viele Leidtragende fragen. Oftmals verstecken sie sich, bzw. ihre Eier im Substrat, sodass man auch beim Kauf einer Pflanze nicht unbedingt erkennen kann, ob die Pflanze befallen ist. Die Wolllaus bzw. Schmierlaus selbst verstecken sich gerne in den Blattachseln, vorzugsweise bei Phalaenopsen. Hat man beim Kauf der Orchidee bereits akribisch die Pflanze untersucht, hilft es schon einmal ein stückweit, die Orchidee direkt nach dem Kauf in frisches Substrat umzutopfen.

Du wirst Dir jetzt sagen: aber sie blüht doch so schön... allerdings verkraftet die Orchidee das Umtopfen besser, als ein Befall von Schmierläusen – es ist nicht zwingend, dass sie nach dem Umtopfen die Blüten abwirft.

Hat nun das Umtopfen nicht geholfen und die Wollläuse, bzw. Schmierläuse zeigen sich trotzdem, solltest Du sofort reagieren und die Orchidee von den anderen separieren. Da man mit haushaltsüblichen Mitteln leider selten den gewünschten Effekt erzielt, helfen im Handel erhältliche Schädlingsbekämpfungsmittel am ehesten.

Wirksames Mittel gegen Thripse, Wollläuse und Schmierläuse
Wirksames Mittel gegen Thripse, Wollläuse und Schmierläuse

Als recht effektiv hat sich z.B. der Wirkstoff Neem erwiesen, den man im Handel findet. Man sollte hierbei jedoch beachten, dass das Mittel nicht ölhaltig ist, da man bei einer Behandlung mit ölhaltigen Mitteln der Orchidee möglicherweise mehr schadet, als nützt, da Öl die Blätter der Orchideen versiegelt, es können keine lebenswichtige Luft, Feuchtigkeit und Nährstoffe darüber mehr aufgenommen werden und die Pflanze verkümmert, auch ohne Wollläuse und Schmierläuse.

Falls man bemerkt, dass man der Lage nicht Herr wird, sollte man sich, wenn auch sicher schweren Herzens, von der Pflanze trennen, bevor die anderen Orchideen möglicherweise ebenfalls befallen werden.